Den richtigen Kunststoff auswählen
Die Wahl des richtigen Kunststoffs gehört zu den wichtigsten Entscheidungen bei der Entwicklung technischer Kunststoffbauteile. Jeder Werkstoff verfügt über individuelle Eigenschaften hinsichtlich Festigkeit, Schlagzähigkeit, Temperaturbeständigkeit, UV-Stabilität, Chemikalienbeständigkeit oder Oberflächenqualität. Welches Material sich eignet, hängt daher immer von den Anforderungen des jeweiligen Bauteils und seinem späteren Einsatzbereich ab.
Für das Kunststoff-Tiefziehen kommen unterschiedliche thermoplastische Kunststoffe zum Einsatz, die je nach Anwendung spezifische Vorteile bieten. Während einige Werkstoffe durch ihre hervorragende Umformbarkeit überzeugen, stehen bei anderen Witterungsbeständigkeit, Hygiene, Brandschutz oder eine besonders hochwertige Oberfläche im Vordergrund.
Auf dieser Seite erhalten Sie einen Überblick über die wichtigsten Kunststoffe für technische Kunststoff-Tiefziehteile. Zu jedem Material finden Sie Informationen zu seinen Eigenschaften, typischen Anwendungsbereichen und seiner Eignung für das industrielle Thermoformen.
ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol)
ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol) zählt zu den wichtigsten Werkstoffen für technische Kunststoffbauteile, die im Thermoformverfahren hergestellt werden. Der Werkstoff kombiniert eine hohe Schlagzähigkeit mit guter Steifigkeit und lässt sich hervorragend tiefziehen. Dank seines breiten Verarbeitungsfensters ermöglicht ABS eine stabile und wirtschaftliche Serienfertigung technischer Kunststoffbauteile.
Neben seinen guten mechanischen Eigenschaften überzeugt ABS durch hochwertige Oberflächen, die je nach Anforderung glatt, strukturiert oder hochglänzend ausgeführt werden können. Dadurch eignet sich ABS sowohl für funktionale Kunststoffbauteile als auch für hochwertige Sichtteile wie Verkleidungen, Gehäuse oder technische Abdeckungen.
Ein großer Vorteil von ABS ist die Möglichkeit der Coextrusion. Dabei wird ABS mit einer zusätzlichen Deckschicht kombiniert, um bestimmte Eigenschaften gezielt zu verbessern.
- ABS-PMMA: UV-beständige und kratzfeste Sichtteile
- ABS-ASA: hohe Witterungs- und UV-Beständigkeit für Außenanwendungen
- ABS-TPU: Soft-Touch-Oberflächen mit angenehmer Haptik
- ABS/PVDF: hohe Chemikalienbeständigkeit und hygienische Oberflächen
Reines ABS wird überwiegend im Innenbereich eingesetzt, beispielsweise für:
- Maschinenverkleidungen
- Kunststoffgehäuse
- Technische Abdeckungen
- Innenverkleidungen
- Funktionsteile
Für Anwendungen im Außenbereich kommen häufig coextrudierte Varianten wie ABS-PMMA oder ABS-ASA zum Einsatz, beispielsweise für:
- Fahrzeugverkleidungen
- Caravanbauteile
- Verkleidungen von Ladesäulen
- Gehäuse in der Gebäudetechnik
ABS zählt zu den bevorzugten Werkstoffen für technische Tiefziehteile, weil es
- sehr gut tiefziehfähig ist
- eine hohe Schlagzähigkeit besitzt
- wirtschaftlich verarbeitet werden kann
- hochwertige Oberflächen ermöglicht und
- sich für zahlreiche industrielle Anwendungen eignet.
ABS ist die richtige Wahl, wenn technische Kunststoffbauteile eine hohe Schlagzähigkeit, gute Tiefziehfähigkeit und eine wirtschaftliche Fertigung erfordern. Der Werkstoff eignet sich besonders für Bauteile im Innenbereich oder für Anwendungen, bei denen keine dauerhaft hohe UV- oder Witterungsbeständigkeit erforderlich ist.
Je nach Einsatzbereich können jedoch Materialkombinationen oder alternative Werkstoffe sinnvoller sein:
- ABS-PMMA, wenn zusätzlich eine besonders hochwertige, kratzfeste und UV-beständige Sichtoberfläche gefordert ist
- ABS-ASA, wenn das Bauteil dauerhaft im Außenbereich eingesetzt wird und eine hohe Witterungs- und UV-Beständigkeit benötigt
- PC-ABS, wenn erhöhte Anforderungen an Schlagzähigkeit, Temperaturbeständigkeit oder Brandschutz bestehen
- ABS-TPU, wenn eine griffige Soft-Touch-Oberfläche oder eine besonders hochwertige Haptik gefragt ist
- ABS/PVDF, wenn Chemikalienbeständigkeit, Reinigungsfähigkeit oder hygienische Oberflächen im Vordergrund stehen.
Für viele technische Kunststoffbauteile ist ABS aufgrund seiner ausgewogenen Eigenschaften die wirtschaftlichste Lösung. Ob ein anderer Werkstoff sinnvoller ist, hängt von den technischen Anforderungen, dem Einsatzbereich und den gewünschten Oberflächeneigenschaften des jeweiligen Bauteils ab.
ABS-PMMA (Acrylnitril-Butadien-Styrol / Polymethylmethacrylat)
ABS-PMMA ist ein coextrudierter thermoplastischer Kunststoff, der die hohe Schlagzähigkeit und gute Tiefziehfähigkeit von ABS mit den hervorragenden Oberflächeneigenschaften von PMMA kombiniert. Der Werkstoff zeichnet sich durch eine hohe UV- und Witterungsbeständigkeit sowie eine kratzfeste, dauerhaft hochwertige Oberfläche aus.
Dadurch eignet sich ABS-PMMA besonders für technische Kunststoffbauteile mit hohen optischen und funktionalen Anforderungen. Die PMMA-Deckschicht sorgt für eine langfristig stabile Farb- und Oberflächenqualität und macht den Werkstoff zur idealen Wahl für anspruchsvolle Sichtteile im Außenbereich.
ABS-PMMA ist bereits eine Materialkombination aus einem schlagzähen ABS-Träger und einer coextrudierten PMMA-Deckschicht. Je nach Anwendung können Zusammensetzung, Schichtdicke und Oberflächenausführung an die Anforderungen des späteren Bauteils angepasst werden.
Typische Ausführungen sind:
- Matt oder hochglänzend – je nach gewünschter Oberflächenoptik
- Unterschiedliche Farben – beispielsweise in RAL-Farbtönen oder kundenspezifischen Farbtönen
- Verschiedene Oberflächenstrukturen – von glatt bis strukturiert
- UV-stabilisierte Varianten – für den dauerhaften Einsatz im Außenbereich mit hoher Farb- und Witterungsbeständigkeit.
Die Kombination aus ABS und PMMA vereint die guten mechanischen Eigenschaften des Trägermaterials mit einer widerstandsfähigen und hochwertigen Sichtoberfläche.
ABS-PMMA wird überall dort eingesetzt, wo neben einer hohen Schlagzähigkeit auch eine dauerhaft hochwertige und UV-beständige Oberfläche gefordert ist.
Typische Anwendungen sind:
- Fahrzeugverkleidungen
- Caravanverkleidungen
- Verkleidungen von Ladesäulen
- Gehäuse für die Gebäudetechnik
- Maschinenverkleidungen für den Außeneinsatz
- Abdeckungen und technische Sichtteile
- Gehäuse für Outdoor-Anwendungen
Branchen
- Nutzfahrzeuge
- Caravanbau
- Maschinenbau
- Gebäudetechnik
- Elektromobilität
ABS-PMMA gehört zu den bevorzugten Werkstoffen für hochwertige technische Sichtteile im Thermoformverfahren. Durch die Kombination der Materialeigenschaften eignet sich der Werkstoff besonders für Anwendungen, bei denen Funktionalität und Oberflächenqualität gleichermaßen entscheidend sind.
Die wichtigsten Vorteile im Überblick:
- hervorragende Tiefziehfähigkeit
- hohe Schlagzähigkeit
- ausgezeichnete UV- und Witterungsbeständigkeit
- kratzfeste und langlebige Oberfläche
- dauerhaft hohe Farb- und Glanzbeständigkeit
- hochwertige Oberflächen für Sichtteile
- wirtschaftliche Fertigung komplexer Bauteile
ABS-PMMA eignet sich insbesondere für mittelgroße bis großformatige technische Sichtteile, bei denen eine hochwertige Oberfläche, lange Lebensdauer und wirtschaftliche Fertigung gleichermaßen gefordert sind.
ABS-PMMA ist die richtige Wahl, wenn technische Kunststoffbauteile neben einer hohen Schlagzähigkeit und guten Tiefziehfähigkeit auch eine dauerhaft hochwertige Oberfläche aufweisen sollen. Der Werkstoff eignet sich besonders für Sichtteile im Außenbereich, bei denen UV-Beständigkeit, Kratzfestigkeit und eine langfristig stabile Farb- und Oberflächenqualität entscheidend sind.
Je nach Anforderung können jedoch auch andere Werkstoffe die bessere Wahl sein:
- ABS, wenn das Bauteil überwiegend im Innenbereich eingesetzt wird und eine wirtschaftliche Lösung ohne erhöhte UV-Anforderungen ausreicht
- ABS-ASA, wenn die Witterungsbeständigkeit und Robustheit im Außenbereich wichtiger sind als eine besonders hochwertige Oberflächenoptik
- PC-ABS, wenn zusätzlich eine höhere Temperaturbeständigkeit, Schlagzähigkeit oder Brandschutzanforderungen erfüllt werden müssen
- ABS-TPU, wenn eine griffige Soft-Touch-Oberfläche oder eine angenehme Haptik im Vordergrund steht.
- ABS/PVDF, wenn hohe Anforderungen an Chemikalienbeständigkeit, Reinigungsfähigkeit oder hygienische Oberflächen bestehen.
ABS-PMMA eignet sich besonders für hochwertige technische Sichtteile, bei denen Design, Langlebigkeit und Witterungsbeständigkeit gleichermaßen gefragt sind. Welche Materialkombination letztendlich die beste Wahl ist, hängt von den technischen Anforderungen, dem Einsatzbereich und den gewünschten Oberflächeneigenschaften des jeweiligen Bauteils ab.
ABS-ASA (Acrylnitril-Butadien-Styrol / Acrylnitril-Styrol-Acrylat)
ABS-ASA ist ein coextrudierter thermoplastischer Kunststoff, der die hohe Schlagzähigkeit und gute Tiefziehfähigkeit von ABS mit der hervorragenden UV- und Witterungsbeständigkeit von ASA kombiniert. Der Werkstoff eignet sich besonders für technische Kunststoffbauteile, die dauerhaft im Außenbereich eingesetzt werden.
Die ASA-Deckschicht schützt die Oberfläche zuverlässig vor UV-Strahlung, Witterungseinflüssen und Vergilbung. Dadurch bleiben Farbe, Glanz und Oberflächenqualität auch bei langjährigem Außeneinsatz erhalten. ABS-ASA ist daher eine ausgezeichnete Wahl für robuste Sichtteile mit hohen Anforderungen an Langlebigkeit und Beständigkeit.
ABS-ASA besteht aus einem schlagzähen ABS-Trägermaterial und einer coextrudierten ASA-Deckschicht. Je nach Anwendung können Oberflächen, Farben und Materialaufbau an die jeweiligen Anforderungen angepasst werden.
Typische Ausführungen sind:
- UV-stabilisierte Varianten für den langfristigen Außeneinsatz
- Matt oder strukturiert – je nach gewünschter Oberflächenoptik
- Unterschiedliche Farben – beispielsweise in RAL-Farbtönen oder kundenspezifischen Farben
- Verschiedene Oberflächenstrukturen – von glatt bis genarbt
Durch die Materialkombination werden die guten Verarbeitungseigenschaften von ABS mit der hohen Witterungsbeständigkeit von ASA vereint.
ABS-ASA wird überall dort eingesetzt, wo technische Kunststoffbauteile dauerhaft UV-Strahlung, Feuchtigkeit und wechselnden Witterungsbedingungen ausgesetzt sind.
Typische Anwendungen sind:
- Fahrzeugverkleidungen
- Batterieverkleidungen
- Ladesäulenverkleidungen
- Außenverkleidungen von Maschinen
- Tür- und Sitzverkleidungen
- Elektronikgehäuse
- Gehäuse für Steuerungseinheiten
- Dachrinnen- und Filterabdeckungen
Branchen
- Nutzfahrzeuge
- Caravanbau
- Maschinenbau
- Gebäudetechnik
- Elektromobilität
ABS-ASA eignet sich hervorragend für technische Tiefziehteile, die dauerhaft im Außenbereich eingesetzt werden. Der Werkstoff verbindet gute Verarbeitungseigenschaften mit einer hohen Widerstandsfähigkeit gegenüber Umwelteinflüssen.
Die wichtigsten Vorteile im Überblick:
- sehr gute Tiefziehfähigkeit
- hohe Schlagzähigkeit
- ausgezeichnete UV- und Witterungsbeständigkeit
- hohe Farb- und Glanzbeständigkeit
- langlebige und pflegeleichte Oberflächen
- hochwertige Sichtoberflächen
- wirtschaftliche Fertigung technischer Kunststoffbauteile für den Außeneinsatz
Sie sind unsicher, welcher Kunststoff für Ihr Bauteil geeignet ist?
Die Wahl des richtigen Kunststoffs beeinflusst Funktion, Wirtschaftlichkeit und Lebensdauer eines Kunststoffbauteils. Gemeinsam bewerten wir die Anforderungen Ihres Projekts und unterstützen Sie bei der Auswahl des geeigneten Werkstoffs – abgestimmt auf Einsatzbereich, mechanische Belastung, Temperatur, UV-Beständigkeit, Chemikalienbeständigkeit und Oberflächenanforderungen.
Die Hesse Thermoformung GmbH verarbeitet eine Vielzahl thermoplastischer Kunststoffe für technische Kunststoff-Tiefziehteile und bringt ihr Know-how genau dort ein, wo Ihr Projekt Unterstützung benötigt.
Sprechen Sie mit unseren Kunststoffexperten über Ihr Projekt. Sie erreichen uns telefonisch:
+49 2837 96 130 0 per E-Mail oder ganz einfach über unser Kontaktformular.
PC-ABS (Polycarbonat / Acrylnitril-Butadien-Styrol)
PC-ABS ist ein thermoplastischer Blend, der die gute Tiefziehfähigkeit und Verarbeitbarkeit von ABS mit der hohen Schlagzähigkeit und Temperaturbeständigkeit von Polycarbonat kombiniert. Der Werkstoff eignet sich besonders für technische Kunststoffbauteile, die hohen mechanischen Belastungen oder erhöhten Temperaturen ausgesetzt sind.
Durch den Polycarbonat-Anteil weist PC-ABS auch bei niedrigen Temperaturen eine hohe Schlagzähigkeit auf und bietet eine verbesserte Wärmeformbeständigkeit. Je nach Materialausführung erfüllt PC-ABS zudem verschiedene Brandschutzanforderungen und wird deshalb häufig in sicherheitsrelevanten Anwendungen eingesetzt.
PC-ABS ist in unterschiedlichen Materialausführungen erhältlich und kann gezielt an die Anforderungen verschiedener Anwendungen angepasst werden.
Typische Varianten sind:
- Brandschutzqualitäten – beispielsweise zur Erfüllung von UL 94 V-0, ECE R-118 oder DIN EN 45545 (materialabhängig)
- UV-stabilisierte Varianten – für Anwendungen mit erhöhter Witterungsbeanspruchung
- Unterschiedliche Oberflächen – glatt, strukturiert oder matt
- Verschiedene Farben – beispielsweise in RAL-Farbtönen oder kundenspezifischen Farben
Je nach Werkstofftyp lassen sich Eigenschaften wie Schlagzähigkeit, Temperaturbeständigkeit oder Brandschutz gezielt auf die jeweilige Anwendung abstimmen.
PC-ABS wird überall dort eingesetzt, wo technische Kunststoffbauteile hohen mechanischen Belastungen, erhöhten Temperaturen oder besonderen Sicherheitsanforderungen standhalten müssen.
Typische Anwendungen sind:
- Batterieverkleidungen
- E-Motor-Abdeckungen
- Elektronikgehäuse
- Gehäuse für Antriebs- und Steuerungseinheiten
- Verteilergehäuse
- Ladesäulenverkleidungen
- Innenverkleidungen im Fahrzeugbau
- Technische Funktionsteile
Branchen
- Nutzfahrzeuge
- Elektromobilität
- Maschinenbau
- Elektrotechnik
- Schienenfahrzeuge
- Medizintechnik
PC-ABS eignet sich besonders für technische Tiefziehteile, die hohen mechanischen und thermischen Belastungen ausgesetzt sind. Der Werkstoff verbindet gute Verarbeitungseigenschaften mit hoher Stabilität und erfüllt – je nach Materialausführung – auch anspruchsvolle Brandschutzanforderungen.
Die wichtigsten Vorteile im Überblick:
- sehr gute Tiefziehfähigkeit
- hohe Schlagzähigkeit – auch bei niedrigen Temperaturen
- hohe Wärmeformbeständigkeit
- gute Maß- und Formstabilität
- hochwertige Oberflächen für Sicht- und Funktionsteile
- Brandschutzqualitäten je nach Materialausführung verfügbar
- wirtschaftliche Fertigung technisch anspruchsvoller Kunststoffbauteile
PC-ABS ist die richtige Wahl, wenn technische Kunststoffbauteile hohen mechanischen Belastungen, erhöhten Temperaturen oder besonderen Sicherheitsanforderungen standhalten müssen. Der Werkstoff kombiniert die gute Tiefziehfähigkeit von ABS mit der hohen Schlagzähigkeit und Wärmeformbeständigkeit von Polycarbonat und eignet sich dadurch besonders für anspruchsvolle industrielle Anwendungen.
Je nach Anforderung können jedoch auch andere Werkstoffe die bessere Wahl sein:
- ABS, wenn eine wirtschaftliche Lösung für technische Kunststoffbauteile im Innenbereich gesucht wird und keine erhöhten Anforderungen an Temperaturbeständigkeit oder Brandschutz bestehen
- ABS-PMMA, wenn eine hochwertige, UV-beständige und kratzfeste Sichtoberfläche im Vordergrund steht
- ABS-ASA, wenn das Bauteil dauerhaft im Außenbereich eingesetzt wird und eine hohe UV- und Witterungsbeständigkeit erforderlich ist
- ABS-TPU, wenn eine angenehme Haptik, Soft-Touch-Oberflächen oder eine erhöhte Griffigkeit gefragt sind
- ABS/PVDF, wenn Chemikalienbeständigkeit, Reinigungsfähigkeit oder hygienische Oberflächen entscheidend sind
PC-ABS eignet sich insbesondere für technische Kunststoffbauteile mit hohen Anforderungen an Stabilität, Sicherheit und Temperaturbeständigkeit. Ob PC-ABS oder ein anderer Werkstoff die bessere Wahl ist, hängt von den mechanischen, thermischen und normativen Anforderungen des jeweiligen Projekts ab.
Hinweis: Brandschutz und Temperaturbeständigkeit richtig bewerten
PC-ABS wird häufig gewählt, wenn technische Kunststoffbauteile erhöhten mechanischen oder thermischen Belastungen ausgesetzt sind. Nicht jede Anwendung erfordert jedoch automatisch einen flammgeschützten Werkstoff oder eine besonders hohe Temperaturbeständigkeit.
Je nach Einsatzbereich können Anforderungen wie Brandschutz, Schlagzähigkeit, Temperaturbeständigkeit, UV-Stabilität oder chemische Beständigkeit entscheidend sein. Welche PC-ABS-Type die richtige Wahl ist, sollte daher immer anhand der technischen Anforderungen und der geltenden Normen ausgewählt werden.
ABS-TPU (Acrylnitril-Butadien-Styrol / Thermoplastisches Polyurethan)
ABS-TPU ist ein coextrudierter thermoplastischer Kunststoff, der die hohe Formstabilität und gute Tiefziehfähigkeit von ABS mit den elastischen und haptischen Eigenschaften von TPU kombiniert. Der Werkstoff eignet sich besonders für technische Kunststoffbauteile, bei denen neben der Funktion auch eine hochwertige Oberflächenhaptik gefragt ist.
Die TPU-Deckschicht sorgt für eine griffige, elastische und abriebfeste Oberfläche mit Soft-Touch-Effekt. Dadurch lassen sich Kunststoffbauteile mit angenehmer Haptik und erhöhter Rutschfestigkeit realisieren, ohne auf die guten Verarbeitungseigenschaften des ABS-Trägermaterials zu verzichten.
ABS-TPU besteht aus einem formstabilen ABS-Trägermaterial und einer coextrudierten TPU-Deckschicht. Je nach Anwendung können Materialaufbau und Oberflächenausführung individuell angepasst werden.
Typische Ausführungen sind:
- Soft-Touch-Oberflächen – für eine angenehme und hochwertige Haptik
- Unterschiedliche Härtegrade – abgestimmt auf die gewünschte Elastizität und Griffigkeit
- Matt oder strukturiert – je nach Design- und Funktionsanforderung
- Verschiedene Farben – beispielsweise in RAL-Farbtönen oder kundenspezifischen Farben
Die Kombination aus ABS und TPU verbindet hohe Formstabilität mit einer langlebigen und komfortablen Bedienoberfläche.
ABS-TPU wird überall dort eingesetzt, wo technische Kunststoffbauteile regelmäßig berührt oder bedient werden und eine hochwertige Haptik gefordert ist.
Typische Anwendungen sind:
- Mittelkonsolen
- Türinnenverkleidungen
- Armaturenbrettverkleidungen
- Handschuhfachverkleidungen
- Fußraumverkleidungen
- Griffbereiche
- Bedienblenden
- Abdeckungen im Fahrzeuginnenraum
Branchen
- Nutzfahrzeuge
- Caravanbau
- Elektromobilität
- Maschinenbau
- Gerätebau
ABS-TPU eignet sich besonders für technische Tiefziehteile, bei denen eine hochwertige Haptik, hohe Oberflächenqualität und gute mechanische Eigenschaften miteinander kombiniert werden sollen.
Die wichtigsten Vorteile im Überblick:
- sehr gute Tiefziehfähigkeit
- angenehme Soft-Touch-Oberfläche
- hohe Griffigkeit und Rutschfestigkeit
- gute Abriebfestigkeit
- hohe Schlagzähigkeit und Formstabilität
- hochwertige Oberflächen für sicht- und bedienrelevante Bauteile
- wirtschaftliche Fertigung ergonomischer Kunststoffbauteile
ABS/PVDF (Acrylnitril-Butadien-Styrol / Polyvinylidenfluorid)
ABS/PVDF ist ein coextrudierter thermoplastischer Kunststoff, der die hohe Formstabilität und gute Tiefziehfähigkeit von ABS mit der ausgezeichneten Chemikalienbeständigkeit und den hygienischen Oberflächeneigenschaften von PVDF kombiniert. Der Werkstoff eignet sich besonders für technische Kunststoffbauteile, die regelmäßig gereinigt oder desinfiziert werden und gleichzeitig hohen chemischen Belastungen standhalten müssen.
Die PVDF-Deckschicht sorgt für eine widerstandsfähige, leicht zu reinigende Oberfläche mit geringer Schmutzanhaftung. Dadurch eignet sich ABS/PVDF insbesondere für Anwendungen mit hohen Anforderungen an Hygiene, Reinigungsfähigkeit und Langlebigkeit.
ABS/PVDF besteht aus einem formstabilen ABS-Trägermaterial und einer coextrudierten PVDF-Deckschicht. Je nach Anwendung können Oberflächen, Farben und Materialaufbau individuell angepasst werden.
Typische Ausführungen sind:
- Chemikalienbeständige Oberflächen – für den Einsatz mit Reinigungs- und Desinfektionsmitteln
- Leicht zu reinigende Oberflächen – mit geringer Schmutzanhaftung
- Matt oder strukturiert – je nach Design- und Funktionsanforderung
- Verschiedene Farben – beispielsweise in RAL-Farbtönen oder kundenspezifischen Farben
Die Kombination aus ABS und PVDF verbindet gute Verarbeitungseigenschaften mit einer langlebigen, hygienischen und chemisch widerstandsfähigen Oberfläche.
ABS/PVDF wird überall dort eingesetzt, wo technische Kunststoffbauteile regelmäßig gereinigt oder desinfiziert werden und gleichzeitig eine hohe Chemikalienbeständigkeit erforderlich ist.
Typische Anwendungen sind:
- Gehäuse für medizinische Geräte
- Verkleidungen von medizinischen Apparaten
- Verkleidungen und Abdeckungen von Operationstischen
- Hubsäulenverkleidungen
- Patiententransportwagen
- Transportliegen
- Geräteabdeckungen
- Technische Sichtteile in hygienisch sensiblen Bereichen
Branchen
- Medizintechnik
- Labortechnik
- Diagnostik
- Pharmaindustrie
- Hygienebereiche im Maschinen- und Gerätebau
ABS/PVDF eignet sich besonders für technische Tiefziehteile, die dauerhaft hohen Anforderungen an Hygiene, Reinigungsfähigkeit und chemische Beständigkeit gerecht werden müssen.
Die wichtigsten Vorteile im Überblick:
- sehr gute Tiefziehfähigkeit
- hohe Chemikalienbeständigkeit
- hygienische und leicht zu reinigende Oberfläche
- geringe Schmutzanhaftung
- hohe Schlagzähigkeit und Formstabilität
- hochwertige Oberflächen für anspruchsvolle Sicht- und Funktionsteile
- wirtschaftliche Fertigung hygienisch sensibler Kunststoffbauteile
ASA (Acrylnitril-Styrol-Acrylester)
ASA ist ein thermoplastischer Kunststoff, der sich durch eine hohe UV- und Witterungsbeständigkeit sowie eine dauerhaft hohe Farb- und Alterungsbeständigkeit auszeichnet. Der Werkstoff eignet sich besonders für technische Kunststoffbauteile, die langfristig im Außenbereich eingesetzt werden und dauerhaft wechselnden Witterungseinflüssen standhalten müssen.
Im Vergleich zu ABS bleibt ASA auch bei intensiver Sonneneinstrahlung farb- und formstabil. Dadurch eignet sich der Werkstoff hervorragend für langlebige Sichtteile mit hohen Anforderungen an Optik, Robustheit und Witterungsbeständigkeit.
ASA kann sowohl als eigenständiger Werkstoff als auch als coextrudierte Deckschicht eingesetzt werden.
Typische Ausführungen sind:
- UV-stabilisierte Varianten – für den langfristigen Außeneinsatz
- Matt oder strukturiert – je nach gewünschter Oberflächenoptik
- Unterschiedliche Farben – beispielsweise in RAL-Farbtönen oder kundenspezifischen Farben
- ASA als Deckschicht – beispielsweise in Materialkombinationen wie ABS-ASA zur Verbindung hoher Schlagzähigkeit mit ausgezeichneter Witterungsbeständigkeit
Je nach Anwendung kann ASA sowohl für funktionale als auch für hochwertige Sichtbauteile eingesetzt werden.
ASA wird überall dort eingesetzt, wo technische Kunststoffbauteile dauerhaft UV-Strahlung, Feuchtigkeit und wechselnden Witterungsbedingungen ausgesetzt sind.
Typische Anwendungen sind:
- Außenverkleidungen von Fahrzeugen
- Ladesäulenverkleidungen
- Maschinenverkleidungen im Außenbereich
- Elektronik- und Steuerungsgehäuse
- Luftgitter und Lüftungsabdeckungen
- Dachrinnen- und Filterabdeckungen
- Technische Sichtteile für den Außeneinsatz
Branchen
- Nutzfahrzeuge
- Caravanbau
- Maschinenbau
- Gebäudetechnik
- Elektromobilität
ASA eignet sich besonders für technische Tiefziehteile, die dauerhaft im Außenbereich eingesetzt werden und dabei ihre Funktion und Optik langfristig behalten müssen.
Die wichtigsten Vorteile im Überblick:
- sehr gute Tiefziehfähigkeit
- ausgezeichnete UV- und Witterungsbeständigkeit
- hohe Farb- und Alterungsbeständigkeit
- gute Schlagzähigkeit und Formstabilität
- hochwertige Oberflächen für Sichtteile
- langlebige Bauteile mit geringer Wartung
- wirtschaftliche Fertigung technischer Kunststoffbauteile für den Außeneinsatz
Für technische Kunststoffbauteile im Außenbereich kommen sowohl reines ASA als auch Materialkombinationen wie ABS-ASA infrage. Reines ASA bietet bereits eine sehr hohe UV- und Witterungsbeständigkeit und eignet sich für zahlreiche Anwendungen im Außenbereich.
Soll das Bauteil zusätzlich besonders schlagzäh sein oder hohe Anforderungen an die Tiefziehfähigkeit erfüllen, kommen häufig coextrudierte Materialkombinationen wie ABS-ASA zum Einsatz. Welche Lösung technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt von den Anforderungen des jeweiligen Projekts ab.
PMMA (Polymethylmethacrylat / Acrylglas)
PMMA (Polymethylmethacrylat), auch unter dem Namen Acrylglas bekannt, ist ein transparenter thermoplastischer Kunststoff mit einer sehr hohen Lichtdurchlässigkeit sowie ausgezeichneter UV- und Witterungsbeständigkeit. Der Werkstoff eignet sich besonders für technische Kunststoffbauteile, bei denen Transparenz, Oberflächenqualität und eine dauerhaft hochwertige Optik im Vordergrund stehen.
PMMA zeichnet sich durch eine hohe Oberflächenhärte, gute Kratzfestigkeit und eine hervorragende Alterungsbeständigkeit aus. Dadurch bleibt der Werkstoff auch bei langfristigem Außeneinsatz klar, farbstabil und optisch hochwertig. Je nach Anwendung kann PMMA sowohl als eigenständiger Werkstoff als auch als coextrudierte Deckschicht eingesetzt werden.
PMMA ist in unterschiedlichen Ausführungen erhältlich und kann sowohl als Massivmaterial als auch in Materialkombinationen eingesetzt werden.
Typische Varianten sind:
- Transparent – für maximale Lichtdurchlässigkeit
- Transluzent – für diffuse Lichtverteilung
- Eingefärbt – in verschiedenen Farben erhältlich
- Matt oder glänzend – je nach Designanforderung
- Als Deckschicht in Materialkombinationen – beispielsweise ABS-PMMA für hochwertige, UV-beständige Sichtteile
Je nach Anwendung können Transparenz, Oberflächenoptik und Lichtdurchlässigkeit gezielt an die Anforderungen des Bauteils angepasst werden.
PMMA wird überall dort eingesetzt, wo technische Kunststoffbauteile dauerhaft transparent, UV-beständig und optisch hochwertig sein müssen.
Typische Anwendungen sind:
- Sichtfenster
- Maschinenabdeckungen mit Sichtbereich
- Leuchtenabdeckungen
- Lichtdurchlässige Verkleidungen
- Displays und Anzeigeelemente
- Scheinwerferabdeckungen
- Windabweiser
- Transparente Schutzabdeckungen
Branchen
- Maschinenbau
- Gebäudetechnik
- Elektromobilität
- Fahrzeugbau
- Beleuchtungstechnik
PMMA eignet sich besonders für technische Tiefziehteile, bei denen Transparenz, Lichtdurchlässigkeit und eine dauerhaft hochwertige Oberfläche gefordert sind.
Die wichtigsten Vorteile im Überblick:
- sehr hohe Lichtdurchlässigkeit
- ausgezeichnete UV- und Witterungsbeständigkeit
- hohe Oberflächenhärte
- gute Kratzfestigkeit
- dauerhaft hohe optische Qualität
- transparente oder transluzente Ausführungen möglich
- wirtschaftliche Fertigung optisch anspruchsvoller Kunststoffbauteile
PMMA ist die richtige Wahl, wenn technische Kunststoffbauteile eine hohe Transparenz, Lichtdurchlässigkeit und dauerhaft hochwertige Oberflächen aufweisen sollen. Der Werkstoff eignet sich besonders für Sichtfenster, Leuchtenabdeckungen oder andere Bauteile mit hohen optischen Anforderungen.
Je nach Anforderung können jedoch auch andere Werkstoffe die bessere Wahl sein:
ABS-PMMA, wenn zusätzlich eine hohe Schlagzähigkeit und gute Tiefziehfähigkeit für großformatige Sichtteile erforderlich sind.
PC, wenn eine deutlich höhere Schlagzähigkeit oder Bruchsicherheit benötigt wird.
ABS, wenn Transparenz keine Rolle spielt und eine wirtschaftliche Lösung für technische Kunststoffbauteile gesucht wird.
ASA, wenn der Schwerpunkt auf UV- und Witterungsbeständigkeit liegt und keine transparente Ausführung erforderlich ist.
PMMA eignet sich insbesondere für technische Kunststoffbauteile, bei denen optische Eigenschaften entscheidend sind. Welche Materiallösung die beste Wahl ist, hängt von den Anforderungen an Transparenz, Schlagzähigkeit, Witterungsbeständigkeit und Wirtschaftlichkeit ab.
Hinweis: PMMA oder Polycarbonat?
PMMA und Polycarbonat werden häufig miteinander verglichen, unterscheiden sich jedoch deutlich in ihren Eigenschaften.
PMMA überzeugt durch seine hohe Lichtdurchlässigkeit, ausgezeichnete UV-Beständigkeit und dauerhaft hochwertige Oberflächen. Polycarbonat (PC) bietet dagegen eine wesentlich höhere Schlagzähigkeit und eignet sich daher besser für Anwendungen mit hohen mechanischen Belastungen.
Welche Materiallösung die richtige ist, hängt von den Anforderungen an Optik, Belastbarkeit und Einsatzbereich des jeweiligen Bauteils ab.
PC (Polycarbonat)
Polycarbonat (PC) ist ein transparenter thermoplastischer Kunststoff, der sich durch eine außergewöhnlich hohe Schlagzähigkeit und eine gute Wärmeformbeständigkeit auszeichnet. Der Werkstoff eignet sich besonders für technische Kunststoffbauteile, die hohen mechanischen Belastungen standhalten müssen und gleichzeitig transparente oder transluzente Eigenschaften aufweisen sollen.
Auch bei niedrigen Temperaturen bleibt PC äußerst schlagzäh und widerstandsfähig. Dadurch eignet sich der Werkstoff insbesondere für sicherheitsrelevante Anwendungen, bei denen Stabilität, Belastbarkeit und Temperaturbeständigkeit im Vordergrund stehen. Je nach Anwendung kann PC transparent, transluzent oder eingefärbt verarbeitet werden.
Polycarbonat ist in unterschiedlichen Materialausführungen erhältlich und kann gezielt an die Anforderungen verschiedener Anwendungen angepasst werden.
Typische Varianten sind:
- Transparent oder transluzent – für Sichtfenster und lichtdurchlässige Bauteile
- UV-stabilisierte Varianten – für Anwendungen mit erhöhter Witterungsbeanspruchung
- Unterschiedliche Oberflächen – glatt, strukturiert oder matt
- Eingefärbte Ausführungen – in verschiedenen Farben erhältlich
- Materialkombinationen – beispielsweise PC-ABS zur Kombination hoher Schlagzähigkeit mit guter Verarbeitbarkeit und Temperaturbeständigkeit
Je nach Anwendung können Transparenz, Schlagzähigkeit, Temperaturbeständigkeit oder Witterungsbeständigkeit gezielt an die Anforderungen des Bauteils angepasst werden.
Polycarbonat wird überall dort eingesetzt, wo technische Kunststoffbauteile hohen mechanischen Belastungen standhalten und gleichzeitig transparent oder lichtdurchlässig sein sollen.
Typische Anwendungen sind:
- Sichtfenster
- Schutzabdeckungen
- Maschinengehäuse
- Gehäuse für medizinische Geräte
- Schutzscheiben
- Leuchtenabdeckungen
- Transparente Funktionsteile
Branchen
- Maschinenbau
- Medizintechnik
- Fahrzeugbau
- Elektrotechnik
- Sicherheits- und Schutztechnik
Polycarbonat eignet sich besonders für technische Tiefziehteile, die hohen mechanischen Belastungen ausgesetzt sind oder transparente Eigenschaften mit hoher Stabilität verbinden müssen.
Die wichtigsten Vorteile im Überblick:
- sehr hohe Schlagzähigkeit
- gute Wärmeformbeständigkeit
- hohe mechanische Belastbarkeit
- transparente oder transluzente Ausführungen möglich
- gute Maß- und Formstabilität
- hochwertige Oberflächen
- wirtschaftliche Fertigung technisch anspruchsvoller Kunststoffbauteile
Polycarbonat ist die richtige Wahl, wenn technische Kunststoffbauteile besonders schlagzäh, temperaturbeständig und gleichzeitig transparent sein sollen. Der Werkstoff eignet sich vor allem für Anwendungen mit hohen Anforderungen an Sicherheit, Belastbarkeit und optische Eigenschaften.
Je nach Anforderung können jedoch auch andere Werkstoffe die bessere Wahl sein:
- PMMA, wenn eine besonders hohe Lichtdurchlässigkeit, UV-Beständigkeit und Oberflächenqualität im Vordergrund stehen.
- PC-ABS, wenn zusätzlich eine einfachere Verarbeitung, höhere Steifigkeit oder bestimmte Brandschutzanforderungen gefragt sind.
- ABS, wenn Transparenz keine Rolle spielt und eine wirtschaftliche Lösung für technische Kunststoffbauteile gesucht wird.
- ABS-PMMA, wenn hochwertige Sichtteile mit UV-beständiger Oberfläche und guter Tiefziehfähigkeit gefertigt werden sollen.
Welche Materiallösung die beste Wahl ist, hängt von den Anforderungen an Schlagzähigkeit, Transparenz, Temperaturbeständigkeit und den jeweiligen Einsatzbedingungen ab.
Praxistipp: Polycarbonat oder PMMA?
Polycarbonat und PMMA werden häufig für transparente Kunststoffbauteile eingesetzt, unterscheiden sich jedoch deutlich in ihren Eigenschaften.
Polycarbonat (PC) überzeugt durch seine außergewöhnlich hohe Schlagzähigkeit und eignet sich besonders für sicherheitsrelevante oder mechanisch stark belastete Bauteile.
PMMA (Acrylglas) bietet eine höhere Lichtdurchlässigkeit, ausgezeichnete UV-Beständigkeit und eine dauerhaft brillante Oberfläche. Es ist daher häufig die erste Wahl für optisch anspruchsvolle Sichtteile.
Die Entscheidung zwischen PC und PMMA sollte daher nicht allein anhand der Transparenz, sondern immer anhand der mechanischen, optischen und klimatischen Anforderungen des jeweiligen Bauteils getroffen werden.
PE (Polyethylen)
Polyethylen (PE) ist ein thermoplastischer Kunststoff, der sich durch eine hohe Chemikalienbeständigkeit, ausgezeichnete Schlagzähigkeit und eine geringe Feuchtigkeitsaufnahme auszeichnet. Der Werkstoff eignet sich besonders für technische Kunststoffbauteile, die chemischen Medien, Feuchtigkeit oder hohen mechanischen Beanspruchungen ausgesetzt sind.
Auch bei niedrigen Temperaturen bleibt PE zäh und widerstandsfähig. Aufgrund seiner vergleichsweise geringen Steifigkeit wird der Werkstoff bevorzugt für Anwendungen eingesetzt, bei denen Robustheit, Langlebigkeit und Chemikalienbeständigkeit wichtiger sind als eine hohe Formstabilität.
Polyethylen ist in verschiedenen Werkstofftypen erhältlich, die sich hinsichtlich Dichte, Steifigkeit und Zähigkeit unterscheiden.
Typische Varianten sind:
- PE-LD (Low Density Polyethylen) – flexibel und weich, für Anwendungen mit hoher Verformbarkeit.
- PE-HD (High Density Polyethylen) – höhere Steifigkeit, Festigkeit und Chemikalienbeständigkeit.
- PE-UHMW – extrem verschleißfest und schlagzäh für besonders anspruchsvolle Anwendungen.
- UV-stabilisierte Varianten – für Anwendungen im Außenbereich.
- Eingefärbte Ausführungen – in verschiedenen Farben erhältlich.
Je nach Werkstofftype lassen sich Eigenschaften wie Steifigkeit, Verschleißfestigkeit oder Witterungsbeständigkeit gezielt an die jeweilige Anwendung anpassen.
PE wird überall dort eingesetzt, wo technische Kunststoffbauteile hohen chemischen Belastungen, Feuchtigkeit oder mechanischer Beanspruchung standhalten müssen.
Typische Anwendungen sind:
- Auffangwannen
- Behälter
- Transportbehälter
- Ladungsträger
- Transportverpackungen
- Abdeckungen
- Technische Formteile
- Schutzverkleidungen
Branchen
- Maschinenbau
- Chemie- und Verfahrenstechnik
- Medizintechnik
- Logistik und Fördertechnik
- Umwelttechnik
PE eignet sich besonders für technische Tiefziehteile, die robust, chemikalienbeständig und langlebig sein müssen.
Die wichtigsten Vorteile im Überblick:
- sehr hohe Chemikalienbeständigkeit
- hohe Schlagzähigkeit – auch bei niedrigen Temperaturen
- geringe Feuchtigkeitsaufnahme
- gute Verschleißfestigkeit
- geringes Gewicht
- gute Tiefziehfähigkeit
- wirtschaftliche Fertigung funktionaler Kunststoffbauteile
PE ist die richtige Wahl, wenn technische Kunststoffbauteile dauerhaft Feuchtigkeit, Chemikalien oder mechanischen Belastungen ausgesetzt sind. Der Werkstoff eignet sich besonders für Behälter, Wannen, Transportlösungen und andere funktionale Bauteile, bei denen Robustheit und Chemikalienbeständigkeit wichtiger sind als eine hohe Steifigkeit.
Je nach Anforderung können jedoch auch andere Werkstoffe die bessere Wahl sein:
- PP, wenn zusätzlich eine höhere Steifigkeit oder Temperaturbeständigkeit erforderlich ist.
- ABS, wenn hochwertige Oberflächen, eine höhere Formstabilität oder Sichtteile im Vordergrund stehen.
- ABS/PVDF, wenn neben Chemikalienbeständigkeit auch hohe Hygiene- und Reinigungsanforderungen erfüllt werden müssen.
- PC-ABS, wenn hohe mechanische Belastbarkeit und Temperaturbeständigkeit gefordert sind.
Welche Materiallösung die beste Wahl ist, hängt von den mechanischen, chemischen und thermischen Anforderungen sowie den Einsatzbedingungen des jeweiligen Bauteils ab.
Praxistipp: PE oder PP?
Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) werden häufig für funktionale Kunststoffbauteile eingesetzt und verfügen beide über eine hohe Chemikalienbeständigkeit. Dennoch unterscheiden sie sich in einigen wichtigen Eigenschaften.
PE überzeugt durch seine sehr hohe Schlagzähigkeit, seine geringe Feuchtigkeitsaufnahme und seine hervorragende Beständigkeit gegenüber vielen Chemikalien. Der Werkstoff eignet sich besonders für robuste Behälter, Wannen und Transportlösungen. PP bietet dagegen eine höhere Steifigkeit und eine bessere Temperaturbeständigkeit. Dadurch eignet sich PP häufig für Bauteile mit höheren Anforderungen an Formstabilität oder thermische Belastbarkeit.
Die Entscheidung zwischen PE und PP sollte daher immer anhand der mechanischen Beanspruchung, der chemischen Belastung und der gewünschten Bauteileigenschaften getroffen werden.
Praxistipp: PE kleben oder lackieren
Polyethylen (PE) besitzt eine sehr geringe Oberflächenenergie. Dadurch lässt sich der Werkstoff im Vergleich zu vielen anderen Thermoplasten nur eingeschränkt kleben, lackieren oder bedrucken.
Sollen PE-Bauteile nachträglich verklebt oder beschichtet werden, sind häufig spezielle Vorbehandlungen sowie geeignete Kleb- oder Beschichtungssysteme erforderlich.
Bereits bei der Werkstoffauswahl sollte daher berücksichtigt werden, ob das Kunststoffbauteil später montiert, verklebt oder lackiert werden soll.
Sie haben bereits einen Kunststoff ausgewählt oder benötigen Unterstützung bei der Materialauswahl?
Ob fertige Materialvorgabe, bestehendes Kunststoffbauteil oder Neuentwicklung – die Hesse Thermoformung GmbH unterstützt Sie von der Werkstoffbewertung bis zur Serienfertigung. Je nach Projekt bringen wir unser Know-how genau dort ein, wo Sie Unterstützung benötigen – von der Materialauswahl über die Entwicklung bis zur Fertigung technischer Kunststoff-Tiefziehteile.
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HIPS (High Impact Polystyrene)
HIPS (High Impact Polystyrene) ist ein schlagzäh modifiziertes Polystyrol, das sich durch eine gute Tiefziehfähigkeit, gleichmäßige Oberflächen und eine wirtschaftliche Verarbeitung auszeichnet. Der Werkstoff eignet sich besonders für technische Kunststoffbauteile mit einfachen bis mittleren Anforderungen, bei denen eine effiziente Serienfertigung im Vordergrund steht.
Dank seines breiten Verarbeitungsfensters lässt sich HIPS im Thermoformverfahren zuverlässig verarbeiten und ermöglicht eine hohe Prozessstabilität. Im Vergleich zu technischen Kunststoffen wie ABS weist HIPS zwar eine geringere Schlagzähigkeit und Temperaturbeständigkeit auf, bietet dafür jedoch wirtschaftliche Vorteile und eine gute Oberflächenqualität.
HIPS ist in verschiedenen Ausführungen erhältlich und kann an unterschiedliche Anforderungen hinsichtlich Optik und Verarbeitung angepasst werden.
Typische Varianten sind:
- Matt oder glänzend – je nach gewünschter Oberflächenoptik
- Unterschiedliche Farben – beispielsweise in Weiß, Schwarz oder kundenspezifischen Farbtönen
- Antistatische Ausführungen – für spezielle industrielle Anwendungen
- Lebensmittelgeeignete Qualitäten – je nach Werkstoffzulassung und Anwendungsbereich
Je nach Werkstofftype lassen sich Oberflächen, Farbe und funktionale Eigenschaften an die jeweilige Anwendung anpassen.
HIPS wird überall dort eingesetzt, wo wirtschaftliche Kunststoffbauteile mit guter Oberflächenqualität und geringen bis mittleren mechanischen Anforderungen gefragt sind.
Typische Anwendungen sind:
- Maschinenverkleidungen
- Gehäuse
- Abdeckungen
- Ladungsträger
- Produkttrays
- Transportbehälter
- Schubladen- und Geräteeinsätze
- Verpackungs- und Transportlösungen
Branchen
- Maschinenbau
- Gebäudetechnik
- Medizintechnik
- Logistik
- Elektromobilität
HIPS eignet sich besonders für technische Tiefziehteile, bei denen Wirtschaftlichkeit, gute Verarbeitbarkeit und eine gleichmäßige Oberflächenqualität im Vordergrund stehen.
Die wichtigsten Vorteile im Überblick:
- sehr gute Tiefziehfähigkeit
- wirtschaftlicher Werkstoff
- hohe Prozessstabilität
- gleichmäßige Oberflächenqualität
- einfache Bearbeitung
- gute Maßhaltigkeit bei einfachen Geometrien
- wirtschaftliche Serienfertigung
HIPS ist die richtige Wahl, wenn technische Kunststoffbauteile wirtschaftlich gefertigt werden sollen und keine besonders hohen Anforderungen an Schlagzähigkeit, Temperaturbeständigkeit oder Witterungsbeständigkeit bestehen. Der Werkstoff eignet sich insbesondere für Innenanwendungen sowie für Transport- und Funktionsteile mit einfachen bis mittleren technischen Anforderungen.
Je nach Anforderung können jedoch auch andere Werkstoffe die bessere Wahl sein:
- ABS, wenn eine höhere Schlagzähigkeit, bessere mechanische Eigenschaften oder hochwertigere Sichtoberflächen erforderlich sind.
- PP, wenn eine höhere Chemikalien- oder Temperaturbeständigkeit gefordert ist.
- PE, wenn eine besonders hohe Schlagzähigkeit oder Chemikalienbeständigkeit im Vordergrund steht.
- ASA, wenn das Bauteil dauerhaft im Außenbereich eingesetzt werden soll.
Welche Materiallösung die beste Wahl ist, hängt von den mechanischen Anforderungen, den Einsatzbedingungen und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des jeweiligen Projekts ab.
HIPS oder ABS?
HIPS und ABS lassen sich beide sehr gut thermoformen und werden häufig für technische Kunststoffbauteile eingesetzt. Dennoch unterscheiden sich die Werkstoffe deutlich in ihrem Einsatzbereich.
HIPS überzeugt durch seine wirtschaftliche Verarbeitung, gute Oberflächenqualität und hohe Prozessstabilität. Der Werkstoff eignet sich besonders für Innenanwendungen und Bauteile mit einfachen bis mittleren technischen Anforderungen. ABS bietet eine höhere Schlagzähigkeit, bessere mechanische Eigenschaften und eine größere Temperaturbeständigkeit. Dadurch ist ABS häufig die erste Wahl für technisch anspruchsvollere Kunststoffbauteile.
Die Entscheidung zwischen HIPS und ABS sollte daher nicht allein über den Materialpreis getroffen werden. Ausschlaggebend sind die mechanischen Anforderungen, der Einsatzbereich und die gewünschte Lebensdauer des Bauteils.
PP (Polypropylen)
Polypropylen (PP) ist ein thermoplastischer Kunststoff, der sich durch sein geringes Gewicht, seine hohe Chemikalienbeständigkeit und seine gute Umformbarkeit auszeichnet. Der Werkstoff eignet sich besonders für technische Kunststoffbauteile, die chemischen Medien, Feuchtigkeit oder erhöhten Temperaturen ausgesetzt sind.
PP verfügt über eine gute Ermüdungsfestigkeit und lässt sich wirtschaftlich verarbeiten. Aufgrund seines teilkristallinen Werkstoffaufbaus weist Polypropylen jedoch ein ausgeprägtes Schrumpf- und Verformungsverhalten auf. Diese Eigenschaften müssen bereits bei der Konstruktion sowie im Thermoformprozess berücksichtigt werden, um maßhaltige und spannungsarme Bauteile zu fertigen.
Polypropylen ist in unterschiedlichen Werkstofftypen erhältlich und kann gezielt an verschiedene technische Anforderungen angepasst werden.
Typische Varianten sind:
- PP-H (Homopolymer) – hohe Steifigkeit und Festigkeit, jedoch geringere Schlagzähigkeit bei niedrigen Temperaturen.
- PP-C (Copolymer) – höhere Schlagzähigkeit und bessere Kältebeständigkeit.
- PP-TD – talkumgefüllt für höhere Steifigkeit, bessere Maßhaltigkeit und geringere Wärmeausdehnung.
- PP-TV – talkumverstärkt und schlagzäh modifiziert für eine ausgewogene Kombination aus Steifigkeit und Schlagzähigkeit.
- PP-GF (glasfaserverstärkt) – erhöhte Festigkeit und Steifigkeit für besonders belastbare technische Kunststoffbauteile.
- UV-stabilisierte Varianten – für Anwendungen im Außenbereich.
Je nach Werkstofftype lassen sich Eigenschaften wie Steifigkeit, Schlagzähigkeit oder Dimensionsstabilität gezielt an den jeweiligen Einsatzbereich anpassen.
PP wird überall dort eingesetzt, wo technische Kunststoffbauteile chemischen Medien, erhöhten Temperaturen oder mechanischen Beanspruchungen standhalten müssen.
Typische Anwendungen sind:
- Auffangwannen
- Abgaskästen
- Elektronikgehäuse
- Heizungskanäle
- Korrosionsschutzgehäuse
- Maschinenabdeckungen
- Behälter
- Funktionsteile
Branchen
- Nutzfahrzeuge
- Gebäudetechnik
- Maschinenbau
- Chemieindustrie
- Medizintechnik
PP eignet sich besonders für technische Tiefziehteile, bei denen Funktionalität, Chemikalienbeständigkeit und Wirtschaftlichkeit im Vordergrund stehen.
Die wichtigsten Vorteile im Überblick:
- geringes Gewicht
- hohe Chemikalienbeständigkeit
- gute Temperaturbeständigkeit
- gute Ermüdungsfestigkeit
- wirtschaftliche Verarbeitung
- zahlreiche modifizierte Werkstofftypen verfügbar
- geeignet für funktionale technische Kunststoffbauteile
PP ist die richtige Wahl, wenn technische Kunststoffbauteile leicht, chemikalienbeständig und wirtschaftlich gefertigt werden sollen. Der Werkstoff eignet sich besonders für funktionale Bauteile, die mit Feuchtigkeit, Reinigungsmitteln oder chemischen Medien in Kontakt kommen oder erhöhten Temperaturen ausgesetzt sind.
Je nach Anforderung können jedoch auch andere Werkstoffe die bessere Wahl sein:
- PE, wenn eine besonders hohe Schlagzähigkeit oder Chemikalienbeständigkeit gefordert ist.
- ABS, wenn hochwertige Oberflächen und eine höhere Formstabilität gefragt sind.
- PC-ABS, wenn zusätzlich Temperaturbeständigkeit und Brandschutz eine Rolle spielen.
- ABS/PVDF, wenn neben Chemikalienbeständigkeit auch hohe Hygiene- und Reinigungsanforderungen bestehen.
Welche Materiallösung die beste Wahl ist, hängt von den mechanischen, thermischen und chemischen Anforderungen sowie den Einsatzbedingungen des jeweiligen Bauteils ab.
Praxistipp: PP richtig konstruieren und thermoformen
Polypropylen gehört zu den teilkristallinen Kunststoffen und verhält sich beim Thermoformen anders als amorphe Werkstoffe wie ABS oder PC-ABS. Insbesondere Schrumpfung, Verzug und die Bauteilkühlung beeinflussen die Maßhaltigkeit und Qualität der fertigen Kunststoffteile.
Eine präzise Temperaturführung sowie eine gleichmäßige und kontrollierte Kühlung sind entscheidend, um formgenaue und spannungsarme Tiefziehteile herzustellen. Gleichzeitig sollte die Konstruktion bereits auf die werkstoffspezifischen Eigenschaften von PP abgestimmt werden.
Gerade bei technisch anspruchsvollen Kunststoffbauteilen trägt die Erfahrung des Herstellers wesentlich dazu bei, einen stabilen und wirtschaftlichen Fertigungsprozess sicherzustellen.
PVC (Polyvinylchlorid)
PVC (Polyvinylchlorid) ist ein thermoplastischer Kunststoff, der sich durch eine gute Chemikalienbeständigkeit, hohe Formstabilität und wirtschaftliche Verarbeitbarkeit auszeichnet. Der Werkstoff eignet sich besonders für technische Kunststoffbauteile, bei denen funktionale Eigenschaften, Maßhaltigkeit und Beständigkeit gegenüber vielen chemischen Medien im Vordergrund stehen.
Dank seiner guten Tiefzieh- und Verarbeitungseigenschaften lässt sich PVC effizient zu technischen Formteilen verarbeiten. Je nach Materialausführung kann der Werkstoff sowohl für funktionale Innenanwendungen als auch für Anwendungen mit erhöhten Anforderungen an Reinigbarkeit und chemische Beständigkeit eingesetzt werden.
PVC ist in unterschiedlichen Werkstofftypen erhältlich und kann gezielt an verschiedene technische Anforderungen angepasst werden.
Typische Varianten sind:
- Hart-PVC (PVC-U) – hohe Steifigkeit und Formstabilität für technische Anwendungen
- Weich-PVC (PVC-P) – flexibel und elastisch durch Weichmacher
- Transparente oder eingefärbte Ausführungen – je nach Anwendung
- Matt oder glänzend – unterschiedliche Oberflächenoptiken
- Schwer entflammbare Qualitäten – je nach Werkstofftype und Anwendungsbereich
Je nach Werkstofftyp können Steifigkeit, Flexibilität und Oberflächeneigenschaften gezielt an die Anforderungen des jeweiligen Bauteils angepasst werden.
PVC wird überall dort eingesetzt, wo technische Kunststoffbauteile formstabil, chemikalienbeständig und leicht zu reinigen sein sollen.
Typische Anwendungen sind:
- Gehäuse
- Abdeckungen
- Behälter
- Technische Formteile
- Geräteverkleidungen
- Schutzabdeckungen
- Funktionsteile
Branchen
- Medizintechnik
- Maschinenbau
- Labortechnik
- Gebäudetechnik
- Gerätebau
PVC eignet sich besonders für technische Tiefziehteile, bei denen Formstabilität, Chemikalienbeständigkeit und Wirtschaftlichkeit im Vordergrund stehen.
Die wichtigsten Vorteile im Überblick:
- gute Tiefziehfähigkeit
- hohe Formstabilität
- gute Chemikalienbeständigkeit
- wirtschaftliche Verarbeitung
- gute Oberflächenqualität
- leicht zu reinigen
- je nach Werkstofftype schwer entflammbar
PVC ist die richtige Wahl, wenn technische Kunststoffbauteile formstabil, chemikalienbeständig und wirtschaftlich gefertigt werden sollen. Der Werkstoff eignet sich insbesondere für funktionale Innenanwendungen sowie für Bauteile, die regelmäßig gereinigt werden oder mit chemischen Medien in Kontakt kommen.
Je nach Anforderung können jedoch auch andere Werkstoffe die bessere Wahl sein:
- PP, wenn eine höhere Chemikalienbeständigkeit, ein geringeres Gewicht oder eine bessere Temperaturbeständigkeit erforderlich sind.
- PE, wenn eine besonders hohe Schlagzähigkeit oder Feuchtigkeitsbeständigkeit gefragt ist.
- ABS, wenn hochwertige Oberflächen oder eine höhere Schlagzähigkeit benötigt werden.
- ABS/PVDF, wenn zusätzlich höchste Anforderungen an Hygiene, Reinigungsfähigkeit und Chemikalienbeständigkeit bestehen.
Welche Materiallösung die beste Wahl ist, hängt von den chemischen, mechanischen und thermischen Anforderungen sowie den Einsatzbedingungen des jeweiligen Bauteils ab.
Praxistipp: PVC oder PP?
PVC und PP verfügen beide über eine gute Chemikalienbeständigkeit, unterscheiden sich jedoch deutlich in ihren Eigenschaften.
- PVC überzeugt durch seine hohe Formstabilität, gute Verarbeitbarkeit und leichte Reinigbarkeit. Je nach Werkstofftype stehen zudem schwer entflammbare Ausführungen zur Verfügung.
- PP ist deutlich leichter und bietet eine höhere Temperaturbeständigkeit sowie eine sehr gute Ermüdungsfestigkeit. Dadurch eignet sich PP häufig besser für funktionale Bauteile mit höheren mechanischen oder thermischen Anforderungen.
Die Wahl zwischen PVC und PP sollte daher immer anhand der Anforderungen an Chemikalienbeständigkeit, Gewicht, Temperaturbelastung und Einsatzbereich erfolgen.
Mehrschichtmaterialien im Kunststoff Tiefziehen
Moderne Kunststoffplatten bestehen häufig aus mehreren Schichten, die unterschiedliche technische und optische Funktionen übernehmen. Dadurch lassen sich beispielsweise mechanische Stabilität, Oberflächenqualität, UV-Beständigkeit oder chemische Beständigkeit gezielt innerhalb eines Materialaufbaus kombinieren.
Ein typisches Beispiel sind coextrudierte Kunststoffplatten:
1. Deckschicht (z. B. PMMA): UV-beständig, kratzfest und optisch hochwertig.
2. Mittelschicht (z. B. ABS): mechanische Stabilität und gute Umformeigenschaften.
3. Kernschicht mit Rezyklatanteil: Reduzierung von Materialeinsatz und Ressourcenverbrauch.
Durch diesen Mehrschichtaufbau lassen sich funktionale und optisch hochwertige Bauteile wirtschaftlich realisieren. Gleichzeitig können Rezyklate gezielt integriert werden, ohne sichtbare Oberflächen oder relevante Bauteileigenschaften wesentlich zu beeinflussen.
Mehrschichtmaterialien bieten im Kunststoff-Tiefziehen sowohl technische als auch wirtschaftliche Vorteile. Unterschiedliche Werkstoffeigenschaften können gezielt innerhalb eines Bauteils kombiniert und an die jeweilige Anwendung angepasst werden. Gleichzeitig ermöglichen Mehrschichtaufbauten eine Reduzierung des Neuwareanteils, eine optimierte Materialnutzung sowie hochwertige Oberflächen für technische Sichtteile und funktionale Kunststoffbauteile.